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Hier erfahren sie in regelmäßigen Abständen Neues aus der Welt der Pflege. Pflegenews oder Pflegenachrichten helfen Ihnen bestimmte Sachverhalte besser zu verstehen oder dienen einfach Ihrer Information. 

Die Freie Ambulante Pflege Hamburg - Ihr Pflegedienst informiert:

17.12.2008

DGfW schafft Curriculum zur akkreditierten Qualifikation von Ärzten, Pflegekräften und anderen medizinischen Berufen in der Wundbehandlung und Wundheilung. Diese heißen Wundassistenten (WAcert - DGfW) und Wundtherapeuten (WTcert - DGfW).

"Ärzte und Pflegekräfte sind verpflichtet, sich über die neuen Erkenntnisse der Versorgung gemäß dem aktuellen wissenschaftlichen Stand bis zur Grenze des Zumutbaren fortzubilden."

Um eine ausreichende Qualifizierung auf neuesten wissenschaftlich, medizinischen Niveau und unter Berücksichtigung der Leitlinien zu erhalten ist nur die jeweilige Fa.chgesellschaft in der Lage dieses zu realisieren. Deshalb hat die DGfW diese Qualifizierung an mehreren Akademien realisiert.

Info zu diesem Thema

17.10.2008

DGEM schafft Curriculum zur Qualifikation von Pflegekräften in der ernährungsmedizinischen Betreuung von Patienten - ETA (ernährungstherapeutischer Assistent)

Die wissenschaftliche medizinische Fachgesellschaft DGEM hat erstmals ein Curriculum auf den Weg gebracht der die notwendigen Wissensinhalte für eine ernährungsmedizinische Betreuung für Pflegekräfte zugänglich macht.

Die Gefahr von Mangelernährung ist in vielen Krankenhäusern und ambulanten sowie stationären  Pflegeeinrichtungen nach wie vor ein wichtiges Thema. Dabei ist eine ausreichende Ernährung die Voraussetzung für jeden Behandlungserfolg. Wer nicht mehr in der Lage ist, sein Essen selbst zu sich zu nehmen, wird vom Pflegepersonal dabei unterstützt.

 

17.09.2007

DMSG Fachausbildung für 'MS-Schwestern' beginnt November 2007

Der Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft bietet erstmalig eine unabhängige, berufsbegleitende Fachausbildung im MS-Therapiemanagement an

In den letzten Jahren hat sich die Betreuung von MS-Patienten grundlegend verändert. Diagnose und Therapie sind komplexer geworden und erfordern zunehmend ein modernes, ganzheitlich orientiertes Krankheits-Management im multidisziplinären Betreuungsteam. Diese Entwicklung hat bereits vielerorts zur Herausbildung von spezialisierten MS-Kliniken und MS-Schwerpunktpraxen geführt, die die Qualitätskriterien der DMSG erfüllen und das DMSG-Zertifikat "Anerkanntes MS-Zentrum” bzw. "Regionales MS-Zentrum" erhalten haben. Diese Zentren haben eine wichtige Funktion in der speziellen medizinischen Versorgung von Patienten sowie auch im Austausch mit ambulant oder stationär tätigen Ärzten und medizinischen Fachkräften.

Themen wie Therapietreue, Patientenbindung, Krankheitsbewältigung, Kommunikation und Dokumentation rücken mehr und mehr in den Mittelpunkt. Die spezifische Behandlungssituation bei MS, zu der auch eine fachgerechte Aufklärung und Anleitung zur Medikamentenapplikation gehört, hat bereits im europäischen Ausland und in Nordamerika zur Spezialisierung von so genannten MS-Schwestern geführt.
Deren Einsatz hat sich in der kontinuierlichen Betreuung von MS-Patienten im stationären und ambulanten Bereich bewährt.

Grund genug für den DMSG-Bundesverband ein unabhängiges, standardisiertes, an den MSTKG - Leitlinien zu Diagnostik und Therapie orientiertes Ausbildungscurriculum zum MS-Therapiemanagement zu entwickeln. Das Curriculum wurde unter Federführung von Prof. Dr. med. Peter Rieckmann und der Mitarbeit von PD Dr. med. Peter Flachenecker, Dr. med. Jürgen Hartmut Faiss, Dr. med. Wolfgang Köhler, Dr. med. Dieter Pöhlau, Judith Faiss und Heidi Schilling (MS-Schwestern) erarbeitet und von Dr. med. Edel-traud Faßhauer (Bundespatientenbeirat) begleitet.

Die DMSG-geprüfte MS-Fachausbildung richtet sich an examinierte Fachkräfte (Gesundheits- und Krankenpfleger/innen sowie Medizinische Fachangestellte) in neurologischen Praxen und Kliniken mit einer mindestens zweijährigen Berufserfahrung in der Neurologie. 

Die 18-monatige Ausbildung umfasst vier Intensiv-Seminar-Wochenenden, zwei dreitägige Praktika in einem anerkannten MS-Zentrum, eine Projektarbeit sowie schriftliche Tests zur Wissensüberprüfung. Während der vier Intensiv-Seminar-Wochenenden werden die theoretischen und praktischen Ausbildungsinhalte von erfahrenen MS-Experten gelehrt, umfassende Arbeitsmaterialien (Handbuch) erleichtern die Vertiefung im Selbststudium. Die Vermittlung von neuen Erkenntnissen zu Ätiologie, Diagnostik und Therapie finden dabei ebenso Eingang wie das Erlernen und die Anwendung MS-spezifischer Bewertungsskalen, Techniken der Gesprächsführung und Kommunikation. Ein hoher Effizienzgrad ist durch die Begrenzung auf maximal 20 Teilnehmer gewährleistet.

Die DMSG-geprüfte Fachausbildung wird an verschiedenen Orten in Deutschland angeboten. Der erste Ausbildungszyklus beginnt am 02. November 2007 und wird im Fachkrankenhaus Hubertusburg in Wermsdorf (Sachsen) durchgeführt.
Der zweite Ausbildungsdurchgang findet ab 29. Februar 2008 im Neurologischen Rehabilitationszentrum Quellenhof in Bad Wildbad (Baden-Württemberg) statt.

13.08.2007

Braucht Deutschland Billig-Pfleger?

"Projekt beendet, Diskussion angestoßen"

Der wegen seiner Discount-Preise umstrittene Dienstleister McPflege aus Bremen hat zehn Tage nach Geschäftsbeginn seinen Betrieb bereits wieder eingestellt. "Projekt beendet, gesellschaftspolitische Diskussion um die Pflegesituation in Deutschland angestoßen", hieß es zunächst nur auf der Homepage von McPflege. Ein ausführlicheres Statement begründete den Rückzug der Firma später mit den "vielen negativen Reaktion". Die Firmengründer, Marketing-Professor Norbert Meiners und sein Partner Alwin Teiken, äußerten sich nicht persönlich.

McPflege wollte die Preise herkömmlicher Alten- und Pflegedienste unterbieten und warb mit 24-Stunden-Betreuung für Preise ab 2 Euro pro Stunde. Die Firma wollte osteuropäische Pflegekräfte vermitteln, die zu Konditionen ihrer Heimatländer bezahlt werden sollten. Am 1. August war das Unternehmen mit zwei Filialen in Bremen und Cloppenburg gestartet. Etablierte Pflegedienste und Verbände hatten das Firmenmodell scharf kritisiert, der Arbeitgeberverband im Gesundheitswesen (AGV) die Krankenkassen aufgefordert, sich von McPflege zu distanzieren.

25.07.2007

Viele Arzneimittel/Medikamente sind jetzt kostenfrei

Für mehr als 11.000 Medikamente sind Patienten aller Krankenkassen von der gesetzlichen Zuzahlung befreit

Nach Berechnungen der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände sind seit dem 1. Juli 2007 genau 11.226 Medikamente von dieser Regelung betroffen.  Innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der zuzahlungsfreien Arzneimittel somit mehr als verfünffacht.

"Wir Apotheker freuen uns darüber, dass der Geldbeutel der Patienten geschont wird", sagt ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf: "Inzwischen wissen die Versicherten, dass nicht die Apotheken, sondern die Krankenkassen von den Zuzahlungen profitieren.  In der Apotheke soll schließlich die Beratung über Risiken und Nebenwirkungen statt die Aufklärung über Zuzahlungen und Befreiungen im Vordergrund stehen."

Das Gesundheitsreformgesetz AVWG aus dem Jahr 2006 ermöglicht es den Krankenkassen, Nachahmermedikamente (Generika) von der Zuzahlung zu befreien, wenn ihr Abgabepreis mindestens 30 Prozent unter dem so genannten Festbetrag liegt.  Am 1. Juli 2006 hatte die ursprüngliche Liste rund 2.100 zuzahlungsbefreite Präparate enthalten.

Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln müssen Patienten im Normalfall 10 Prozent der Kosten selbst tragen, mindestens 5 und höchstens 10 Euro.  Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18.  Lebensjahr sind befreit.  Auch Erwachsene sind von weiteren Zuzahlungen befreit, soweit diese bereits 2 Prozent ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen übersteigen.  Bei chronisch Kranken ist diese Belastungsgrenze bei 1 Prozent erreicht.

16.07.2007

Presseinformation REPORT 2007 Pflegenotstand in deutschen Kliniken

Hedwig Francois-Kettner, Pflegedirektorin an der Berliner Charité und Mitglied im Präsidium des Deutschen Pflegerates (DPR)

Mainz. An deutschen Krankenhäusern herrschen Missstände im Bereich der Pflege. Das berichtet das ARD Politikmagazin REPORT MAINZ in seiner Ausgabe am 16. Juli. Das Magazin beruft sich dabei insbesondere auf die noch unveröffentlichte, repräsentative Studie „Pflege-Thermometer 2007“ des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (DIP), in Köln. Danach können frisch Operierte oft nicht angemessen versorgt und Pflegebedürftige nicht mehr ausreichend betreut werden. Die Patientensicherheit sei langfristig nicht mehr gewährleistet.

Prof. Frank Weidner, der Direktor des DIP erklärt in REPORT MAINZ, es bestehe ein Risiko, „in Notfällen nicht schnell genug versorgt zu werden und gegebenenfalls bei mangelnder Pflegeversorgung auch zu sterben, im Ernstfall oder im Einzelfall ist das sogar nicht mehr auszuschließen.“

Die Studie wertet die Angaben von 260 Pflegedirektionen deutscher Krankenhäuser aus. Das „Pflege-Thermometer“ untersucht jedes Jahr einen anderen Bereich der Pflege.

Die Pflegewissenschaftlerin Prof. Sabine Bartholomeyczik bestätigt diese Aussage. In eigenen Untersuchungen hat sie einen „Rückgang der direkten Pflege“ an den deutschen Kliniken festgestellt.


Hedwig Francois-Kettner, Pflegedirektorin an der Berliner Charité und Mitglied im Präsidium des Deutschen Pflegerates (DPR) befürchtet eine Entwicklung „die für die Patienten sehr gefährlich wird.“


Ursache sei vor allem der Personalabbau im Pflegedienst der Krankenhäuser von 429.183 Beschäftigten im Jahr 1995 auf 393.186 Stellen im Jahr 2005. Das ist ein Rückgang um 13,5 Prozent der Stellen.


Gleichzeitig – so das DIP – habe die Zahl der Patienten zugenommen. Diese seien im Durchschnitt älter und pflegebedürftiger geworden, so dass die Arbeitsbelastung für die Krankenschwestern gestiegen sei.


Beide Wissenschaftler sprechen von einer „Rationierung der Pflege im Krankenhaus“. Bundesregierung und Krankenhausbetreiber bestreiten unterdessen eine Rationierung der Krankenpflege.


Im europäischen Vergleich liegt Deutschland nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) beim Quotient Pflegekraft in der Akutversorgung pro Bett im Mittelfeld. (Deutschland 2004: 0,75). In Großbritannien (1,80), Irland (1,50) und Portugal (0,87) beispielsweise ist der Schlüssel wesentlich günstiger.


Ein weiterer Grund für die Misere sei, eine unzureichende Finanzierung der Pflegeleistungen durch die Fallpauschalen (DRGs) im Krankenhaus. Prof. Sabine Bartholomeyczik wörtlich: „Die Pflege ist im DRG-System bisher völlig unzureichend, wenn überhaupt abgebildet.“ Zeitaufwändige Pflegeleistungen wie Hilfe beim Essen oder Trinken seien somit praktisch nicht finanzierbar.


Das Bundesgesundheitsministerium sieht die Krankenhäuser in der Pflicht, die Pflege in den Kliniken zu verbessern. Klaus Theo Schröder, Staatssekretär im Ministerium wörtlich: „Die Krankenhäuser sind verantwortlich für ihren Personaleinsatz, (...) damit die Patientinnen und Patienten ordentlich gepflegt werden.“


Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der DKG beklagt in REPORT MAINZ eine Einsparung von 700 Millionen Euro in den deutschen Kliniken in diesem Jahr aufgrund der Gesundheitsreform: „Das zwingt die Krankenhäuser zu rationalisieren, Anpassungen in den Betriebsabläufen vorzunehmen und das führt natürlich dann auch in der Pflege im Ergebnis zu weniger Zuwendung am Krankenbett.“

20.04.2007

Pflegeversicherung und Neugeborene

KASSEL (ddp). Kranke Neugeborene können von Geburt an Leistungen der Pflegeversicherung erhalten. Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts müssen die Kinder dafür nicht zusammen mit ihren Eltern familienversichert sein. Es reiche aus, wenn ein Elternteil mindestens fünf Jahre lang in die Pflegekasse eingezahlt und damit die gesetzlich geforderte Vorversicherungszeit erfüllt habe.

Im konkreten Fall ging es um einen siebenjährigen Jungen, der seit Geburt pflegebedürftig ist. Die Kasse, bei der der Junge freiwillig versichert ist, wollte ihm erst ab dem fünften Lebensjahr Leistungen bewilligen. Die fehlende Vorversicherungszeit könne nur dann durch ein Elternteil ersetzt werden, wenn es eine gemeinsame Familienversicherung gebe, argumentierte die Kasse. Der Vater ist privat versichert. Die Vorversicherungszeit der Mutter, die wie das Kind gesetzlich versichert ist, wollte die Kasse nicht anerkennen.

Urteil des Bundessozialgerichts, Az.: B 3 P 1/06 R

 

10.04.2007

Mit Knochenmarkzellen gegen MS      

Genetisch veränderte Zellen lindern bei Mäusen die Symptome der Krankheit.

Genetisch veränderte Zellen des Knochenmarks könnten in Zukunft die Folgen der Krankheit Multiple Sklerose (MS) heilen. Zu diesem Schluss kommen Bonner Forscher nach Versuchen mit Mäusen. Die Wissenschaftler veränderten Vorläufer bestimmter Zellen genetisch derart, dass sie ein Eiweiß produzierten, das normalerweise von für die Immunabwehr im Nervensystem zuständigen Zellen gebildet wird. In Mäusen mit einer MS-ähnlichen Krankheit bewirkten diese Vorläuferzellen eine deutliche Abschwächung der Krankheitssymptome. Ob die neuen Erkenntnisse auch zur Therapie von MS beim Menschen eingesetzt werden können, ist allerdings noch unklar.


Patienten mit MS leiden an Entzündungen im Gehirn und im Rückenmark – einerseits durch eine direkte Schädigung der Nervenzellen und andererseits, weil die körpereigenen Abwehrzellen die Isolierschicht der Nervenfortsätze angreifen. Um das beschädigte Gewebe reparieren und die Entzündung mindern zu können, müssen die Überreste abgestorbener Nervenzellen entfernt werden. Dafür sind im Zentralnervensystem die so genannten
Mikrogliazellen zuständig. Um ihre Arbeit zu verrichten, müssen sie allerdings zuerst über das Eiweiß TREM2, das auf ihrer Oberfläche sitzt, aktiviert werden.

In einer früheren Studie hatten Kazuya Takahashi und seine Mitarbeiter beobachtet, dass auch im Knochenmark gebildete Vorläufer der Mikrogliazellen bei der Beseitigung der Zellüberreste und der Hemmung der Nervenentzündung helfen können. Dazu müssen sie jedoch zuvor genetisch so verändert werden, dass sie TREM2 produzieren. In der neuen Arbeit untersuchten die Forscher nun die Wirkung solcher Vorläuferzellen in Labormäusen, die an einer tierischen Variante der MS litten. Bereits zwei Stunden nachdem die genetisch modifizierten Zellen den Mäusen injiziert worden waren, waren sie im Zentralnervensystem angelangt, stoppten dort die Schädigung der Nervenisolierungen und führten zu einer verstärkten Beseitigung der toten Zellen, beobachteten die Wissenschaftler. Als Folge der Behandlung zeigten die Mäuse deutlich weniger Krankheitssymptome und wiesen auch weniger beschädigte Nervenzellen auf.

TREM2-produzierende Vorläuferzellen aus dem Knochenmark könnten daher einen neuen Ansatz für die Therapie von entzündlichen Nervenkrankheiten bilden, hoffen die Wissenschaftler. Ein Vorteil sei, dass die Zellen dem Knochenmark oder nach einer Vorbehandlung auch dem Blut entnommen werden könnten. Takahashi und sein Team betonen jedoch, dass noch weitere Tests mit Labortieren folgen müssten, bevor Aussagen über die Eignung der Therapie bei Menschen mit MS gemacht werden könnten.
Kazuya Takahashi (Universität Bonn) et al.:
PLoS Medicine, Bd. 4, Artikel e124
ddp/wissenschaft.de – Katharina Schöbi

 

19.03.2007

Mund-zu-Mund-Beatmung bei Herzstillstand nicht hilfreich

Tokio/London (dpa) - Die Mund-zu-Mund-Beatmung ist im Falle eines Herzstillstands gar nicht so hilfreich wie lange Zeit angenommen. Eine Herzmassage allein rettet im Fall eines plötzlichen Herzstillstandes rund doppelt so viele Leben wie eine Kombination aus Herzmassage mit Mund-zu-Mund-Beatmung.

Das berichten Forscher um Ken Nagao vom japanischen Surugadai Nihon Universitätskrankenhaus, nachdem sie 4068 Fälle von plötzlich kollabierten Erwachsenen aus der japanischen Region Kanto untersucht hatten. Die Resultate werden im Medizinjournal «The Lancet» vom Freitag (Bd. 369, S. 920) vorgestellt.

Umstehende Retter sollten sich künftig ganz auf die Herzmassage konzentrieren, empfehlen die Wissenschaftler mit Blick auf die Resultate ihrer Studie. In keiner Patientengruppe habe die zusätzliche Mund-zu-Mund-Beatmung irgendeinen Nutzen gebracht. Im Gegenteil: Sie benötige zu viel Zeit, die für die nützlichere Herzmassage fehle.

Diese Studie bestätige, was sich in Tierversuchen bereits gezeigt habe, erklärte Gordon Ewy vom Klinikum der Universität Arizona in Tucson (USA) in einem begleitenden Text in dem Journal. Der Verzicht auf die vielfach als unangenehm empfundene Methode könnte zudem mehr Menschen ermutigen, im Notfall auch wirklich zu helfen. Andere Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Beatmung auch aus Angst vor übertragbaren Krankheiten unbeliebt sei. Der Transport des Blutes durch den Körper sei für den kollabierten Patienten wertvoller als die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Beatmung, erläuterte Ewy. «Wir wissen jetzt, dass sie nicht nur nicht hilfreich ist, sondern oft sogar schadet.»

Die Gruppe um Nagao unterteilte die Patienten - je nach ihren Herzproblemen - in mehrere Untergruppen. Eine davon waren Betroffene, deren Herz nach einem Stromstoß der herbeigeeilten Notärzte wieder zu schlagen begann. Allein in dieser Gruppe überlebten fast doppelt so viele Menschen, die nur eine Herzmassage und keine zusätzliche Mund- zu-Mund-Beatmung erhielten (19,4 zu 11,2 Prozent), heißt es in «The Lancet»

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02.03.2007

Illegale Pflege mit Todesfolge

„92-jähriger stirbt nach Misshandlung.“ So titelte jetzt die Frankfurter Rundschau und berichtete über schwerwiegende Pflegefehler an einem Mann aus Mittelhessen, die diesem durch eine illegal beschäftige Hilfskraft aus Polen zugefügt worden seien. Angehörige hätten die grundpflegerische Versorgung ihres Vaters durch einen ambulanten Dienst gekündigt, hieß es in dem Bericht, und mit den von der Pflegekasse ausgezahlten Geldleistungsbeträgen sei eine illegale polnische Hilfskraft über eine Vermittlungsagentur angeheuert worden. Anstelle der „billigen und liebevollen Rund-um-die-Uhr-Versorgung“, wie sie auch unzählige Kleinanzeigen und Internetseiten versprechen, habe allerdings eine fachlich unqualifizierte polnische Hausfrau die illegale Billigpflege übernommen. Das Resultat dieser Sparwut seien schwerste Misshandlungen mit Todesfolge.

„Sie haben zumeist keinerlei Ausbildung, sprechen allenfalls gebrochen deutsch und sind konkurrenzlos billig“, nennt Jochen Rindfleisch-Jantzon, Vorsitzender des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) in Hessen, die Hauptmerkmale der rund 100.000 illegalen Pflegekräfte in deutschen Haushalten. Dass dadurch massenhaft reguläre, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen verloren gehen und systematisch Steuerhinterziehung und Sozialversicherungsbetrug begangen wird, trete angesichts des nun bekannt gewordenen Misshandlungsfalls in Mittelhessen schon fast in den Hintergrund.

Rindfleisch-Jantzon: „Der tragische Tod dieses Mannes zeigt deutlich, dass die Gesundheit der Betroffenen auf dem Spiel steht! In diesem extremen Fall kamen wohl auch Alkoholabhängigkeit, Vereinsamung und Überforderung hinzu. In viel häufigeren Fällen aber führt allein das Fehlen von pflege-fachlichem Wissen zu schmerzhaften Druckgeschwüren, dem Verlust von Kompetenzen des Pflegebedürftigen und ausgeprägter Abhängigkeit.“

Die Pflegekassen zahlten die Geldleistungsbeträge ohne jede Prüfung der rechtmäßigen Verwendung aus, klagt Rindfleisch-Jantzon einen Kernbereich des Missbrauchs an. Bei professionellen Einrichtungen sei die gesetzliche Prüfdichte durch den Medizinischen Dienst und die Heimaufsicht äußerst engmaschig. „Hingegen herrscht bei Pflegegeldbeziehern ein schwarzes Loch, in dem sich professionelle Schleuserbanden tummeln.“ Deshalb die Forderung des hessischen bpa-Vorsitzenden: „Wer Geldleistungen aus der Pflegeversicherung bezieht, muss auch nachweisen, dass er sie ordnungsgemäß verwendet. Zudem müssen die Zollbehörden personell so ausgestattet werden, dass sie nicht nur in der Bauwirtschaft, sondern auch in Pflegehaushalten erfolgreich sein können, wo es um Leib und Leben von Menschen geht.“

Der bpa begrüßt, dass sich nun auch die hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger gegen die Duldung von Schwarzarbeit in der Pflege ausgesprochen hat und gesetzliche Regelungen anstoßen wird. Über die Förderung eines Niedriglohnsektors soll der ‚Jobmotor Pflege’ angekurbelt werden.
Quelle: bpa - Bundesverband privater Anbieter Sozialer Dienste e.V. 

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26.02.2007

Grundlagen der Gesundheitsreform

 

13.02.2007

Die Gesundheitsreform zeitlicher Ablauf

 

06.02.2006 

Vier-Sterne-Urlaub für Demenzkranke und deren pflegende Angehörige

Im Landhaus Fernblick in Winterberg steht das gemeinsame Erleben im Vordergrund

In Winterberg hat die Arbeiterwohlfahrt Westliches Westfalen ein Urlaubsdomizil speziell für an Demenz erkrankte Menschen und deren pflegende Angehörige eröffnet.

Die Betreuung eines an Demenz erkrankten Familienmitglieds hinterlässt Spuren. Neben körperlichen Leiden wie Rückenschmerzen machen psychische Belastungen den Angehörigen zu schaffen.

Einen Urlaub gönnen sich aber längst nicht alle Betroffenen. Denn vor dem Schritt, ein demenzkrankes Familienmitglied in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung unterzubringen, schrecken viele zurück - aus Angst, dass sich der gesundheitliche Zustand des Patienten verschlechtern könnte. Eine Reise zusammen mit dem Pflegebedürftigen verbietet sich meist aus Mangel an behindertengerecht eingerichteten Hotels.

Keine Vollzeitpflege, sondern Verbringen gemeinsamer Zeit

Hier setzt das Angebot des Landhauses Fernblick an. "Bei uns können dementiell Erkrankte und Pflegende zusammen im beschützten Rahmen ihren Urlaub verbringen", erklärt Eckhard Roth, Leiter des Hauses. Statt Vollzeitpflege soll das Erleben gemeinsamer Zeit mit dem Erkrankten im Mittelpunkt stehen.

Deshalb nehmen die Mitarbeiter des Landhauses den Angehörigen die Pflege auch nicht völlig aus der Hand. "Die begleitenden Gäste pflegen hier ihre Angehörigen wie zu Hause", sagt Roth. Wer gewohnt ist, dabei die Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes in Anspruch zu nehmen, kann das auch beim Urlaub im Sauerland tun. Das Landhaus kooperiert mit diversen Anbietern vor Ort. Die Angehörigen haben andererseits aber auch die Möglichkeit, ihre Familienmitglieder bis zu vier Stunden täglich im Landhaus von Fachkräften betreuen zu lassen. Die Kosten dieser Betreuung übernimmt in der Regel die Pflegekasse.

"So können sich die Pflegenden einmal Zeit für sich selbst nehmen, eine Runde Schach spielen, ein Buch lesen oder einfach mal in Ruhe spazieren gehen", so Roth. Zudem verfügt das Landhaus als Hotel der Vier-Sterne-Kategorie über Sauna, Schwimmbad sowie einen Sport- und Massagebereich.

Damit auch die Demenzkranken einen entspannten Urlaub verbringen können, versuchen die Mitarbeiter des Landhauses deren Bedürfnissen bestmöglich entgegen zu kommen. Spezielle Fußbodenbeläge, indirekte Beleuchtung und gezielt platzierte Möbel und Dekoartikel sollen die Orientierung im behindertengerecht gestalteten Haus erleichtern.

Besonderes Highlight ist der "Sinnesgarten". Er ist mit besonders duftintensiven Blumen und Kräutern bepflanzt. "Mit fortschreitender Demenz gewinnt das Langzeitgedächtnis immer mehr an Bedeutung, und schließlich erinnern sich die dementiell Erkrankten nur noch an ganz ursprüngliche Erfahrungen wie Sehen, Riechen, Schmecken, Hören und Fühlen", erklärt Roth. Der Garten soll diese Sinne wecken. Auf dem gesicherten Areal können die Pflegebedürftigen auch auf eigene Faust auf Entdeckungstour gehen.

Gedächtnistraining und Gymnastik

Neben Freizeitangeboten wie das Gestalten mit Stoff und Farbe, Gedächtnistraining und Gymnastik sind auch organisierte Ausflüge zu lokalen Sehenswürdigkeiten möglich. Sollte es zu gesundheitlichen Komplikationen kommen, stehen kooperierende Ärzte vor Ort bereit.

Die Resonanz auf das im September 2005 gestartete Urlaubsangebot sei bisher sehr gut gewesen, so Roth. Vor allem im vergangenen Sommer sei das etwa 55 Personen fassende Landhaus bereits gut ausgelastet gewesen. Die Kosten für einen Urlaubstag mit Vollpension sind mit 45 Euro pro Person vergleichsweise günstig.

Landhaus Fernblick, Wernsdorfer Str. 44, 59955 Winterberg, Tel. 02981 / 898-0, Fax 02981 / 898-299, E-Mail: landhaus-fernblick@aw-kur.de

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05.02.2007 Reform der Pflegeversicherung

Bei einer von der Grünen-Fraktion am vergangenen Freitag angesetzten Debatte im Bundestag sagte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, "von einer Verschiebung der Reform kann keine Rede sein". Nach jetzigem Stand soll eine Pflegereform zum 1. Juli 2008 starten, sechs Monate später als eigentlich vorgesehen.

Einig ist sich die Koalition, dass die seit 1995 unveränderten Leistungen der Pflegeversicherung dynamisiert werden müssen. Umstritten ist aber die Finanzierung. Vereinbart hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag, das Umlageverfahren durch "kapitalgedeckte Verfahren als Demografiereserve" zu ergänzen.

Der Unions-Abgeordnete Hermann-Josef Scharf wiederholte am Freitag die Forderung, für den Aufbau einen monatlichen Beitrag von den Versicherten zu erheben, der unabhängig vom Einkommen sein soll. Diese Pflege-Kopfpauschale lehnt die SPD ab. Aus Sicht der Sozialdemokraten könnte etwa die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der Pflege- auf das Niveau der Rentenversicherung (von 3562 auf 5250 Euro) 1,2 Milliarden Euro zusätzlich in die Kassen spülen.

Geplant ist laut Koalitionsvertrag ein Finanzausgleich zwischen gesetzlicher und privater Pflegevesicherung. Allerdings solle dafür der Kapitalstock der privaten Pflegekassen nicht angezapft werden, stellte das Bundesgesundheitsministerium gestern klar. "Sie verheddern sich wieder in Finanzdebatten", warf die pflegepolitische Sprecherin der Grünen, Elisabeth Scharfenberg, der Koalition vor.

Unterdessen stehen die Vorarbeiten für die Reform noch aus. Denn einig sind sich Fachleute darin, dass der Begriff der Pflegebedürftigkeit überarbeitet werden muss. Doch der jüngst dafür gegründete Beirat wird seine Ergebnisse erst Oktober 2008 vorstellen - nachdem die Reform in Kraft getreten sein soll.

Union und SPD in der Pflegereform ohne Konsens (bitte anklicken)

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12.01.2007

Neue Hinweise: Epstein-Barr-Virus und Multiple Sklerose stehen doch miteinander in Verbindung

Spannende Ergebnisse aus Düsseldorf unterstützen Infektionstheorie bei MS

In einer jüngst veröffentlichen Studie der Neurologischen Klinik an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf ergaben sich Hinweise auf eine Verbindung zwischen der Epstein-Barr-Virus Infektion und dem Entstehen der Multiplen Sklerose (MS). In der von Dr. Sabine Cepok und Mitarbeitern (Arbeitsgruppe Prof. Bernhard Hemmer) durchgeführten Studie, wurden Reaktionen von Antikörpern im Liquor (Nervenwasser) von Patienten mit Multipler Sklerose mittels einer neuen Methode untersucht.

Zum Einsatz kam ein so genannter Proteinchip, auf dem mehr als 30.000 Proteine (Eiweiße) aufgetragen wurden. Mit dieser neuen Methode untersuchten die Wissenschaftler, an welche Proteine die Liquor-Antikörper binden. Die Identifikation solcher krankheitsrelevanten Proteine sollte Hinweise auf die Ursachen der Multiplen Sklerose liefern.

Im Rahmen der Untersuchungen fanden sich MS-spezifische Reaktionen, die nicht bei Kontrollpersonen beobachtet wurden. Die weitere Charakterisierung dieser Antikörperbindung ergab, dass die beiden ausgeprägtesten Immunreaktionen gegen Proteine des Epstein-Barr-Virus gerichtet waren. Beide Proteine kommen in Zellen vor, die vom Epstein-Barr-Virus befallen sind, aber an der Infektion nicht zugrunde gehen (latente Infektion; der Mensch trägt das Virus in sich, ist aber nicht erkrankt). Nachdem die Wissenschaftler die Epstein-Barr-Virus Proteine künstlich hergestellt hatten, konnten sie zeigen, dass die MS-Patienten eine deutlich höhere Antikörperreaktion gegen beide Epstein-Barr-Virus Proteine aufweisen als Patienten mit anderen Erkrankungen des Nervensystems.

Auch gelang es den Wissenschaftlern zu zeigen, dass ein Teil der im Liquor von den MS-Patienten nachweisbaren oligoklonalen Banden an diese Proteine bindet. Weiterhin untersuchten die Wissenschaftler die T-Zell Immunantwort gegen das Epstein-Barr-Virus. Auch hier zeigte sich, dass MS-Patienten eine höhere Reaktivität gegen Epstein-Barr-Virus aufweisen.

Zusammengefasst deuten die Untersuchungen darauf hin, dass MS-Patienten eine erhöhte Immunantwort gegen das Epstein-Barr-Virus aufweisen. Diese Daten decken sich mit Untersuchungen anderer Arbeitsgruppen, die eine häufigere Epstein-Barr-Virus Infektion bei MS-Patienten nachweisen konnten. Weitere Studien sollen nun klären, wie der Epstein-Barr-Virus möglicherweise an der Entstehung und Chronifizierung der Multiplen Sklerose beteiligt ist.

Quelle:
Cepok S, Zhou D, Srivastava R, Nessler S, Stei S, Bussow K, Sommer N, Hemmer B.
Identification of Epstein-Barr virus proteins as putative targets of the immune response in multiple sclerosis.
J Clin Invest. 2005;115:1352-60

Redaktion:
DMSG Bundesverband e.V.
17. Mai 2005

09.01.2007     

Ist MS ernährungsbedingt? - Eine Theorie

Über die Wirkungsweisen von Transfettsäuren. 

 

19.12.2006     

Zuzahlungs- und Finanzierungsregelungen

Wie viel muss ich zuzahlen in der Apotheke oder bei der Krankengymnastik? 

 

17.12.2006      

Liste zuzahlungsbefreiter Arzneimittel

Hier finden Sie die aktuelle und vollständige Liste der Arzneimittel, die seit dem 1. Juli 2006 von der Zuzahlung befreit sind (Quelle: Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen, Stand: 15. Dezember 2006). (PDF, 1,28 MB)

 

20.11.2006   

Das bringt die Gesundheitsreform den Versicherten

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Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose

Bei Multipler Sklerose greift das Immunsystem Strukturen im Gehirn wie einen Fremdkörper an und richtet so schwere Schäden an. Die Forschergruppe um den Neuroimmunologen Prof. Burkhard Becher von der Universität Zürich hat jetzt eine Möglichkeit entdeckt, das Immunsystem so zu modifizieren, dass die Selbstzerstörung verhindert wird. Die Arbeit wird in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature Immunology" publiziert. Sie ist ein wichtiger Schritt für eine mögliche Bekämpfung der Multiplen Sklerose.

Das Immunsystem schützt den Körper normalerweise vor Infektionen und schädlichen Umwelteinflüssen. Manchmal, wenn auch selten, greift das Immunsystem versehentlich den eigenen Körper an. Genau dies passiert bei der Multiplen Sklerose (MS), der häufigsten entzündlichen Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Alleine in der Schweiz leben über 10 000 MS-Patientinnen und Patienten, in Deutschland sind es rund 120 000. Forscher gehen heute davon aus, dass eine fatale Abwehrreaktion bei den MS-Patienten die Erkrankung auslöst: Das Immunsystem stuft Strukturen im Gehirn als Fremdkörper ein und greift diese an. Besonders betroffen von der Immunattacke ist die Nervenisolierung, das so genannte Myelin. Die Folge sind Entzündungen in Gehirn und Rückenmark, die bei den Betroffenen zu erheblichen Behinderungen führen können.

Die eigentlichen Täter, die die Immunattacke auf das Gehirn einleiten, sind eine bestimmte Sorte von weissen Blutzellen (Helfer-T-Zellen). Diese werden von Verräterzellen - die das Forschungsteam von Prof. Burkhard Becher letztes Jahr identifizieren konnte - darauf programmiert, das Gehirn anzugreifen. Zur Kommunikation verwenden die Zellen so genannte Zytokine, hormonähnliche Botenstoffe, die das Verhalten dieser selbst-aggressiven Immunzellen beeinflussen. Der Forschergruppe um den Neuroimmunologen Prof. Burkhard Becher ist es jetzt gelungen, diese Kommunikation zu entschlüsseln und so einzugreifen, dass es zu einer Umprogrammierung der bösartigen Zellen kommt. "Dabei war es wichtig, dass die Schutzfunktion des Immunsystems nicht eingeschränkt wird", erklärt Burkhard Becher. Er zeigt in seiner Publikation in der Fachzeitschrift "Nature Immunology", dass durch eine Blockade des Interleukin-18-Rezeptors auf der Zelloberfläche das aggressive Verhalten der bösartigen Zellen verhindert werden kann. "Wir können damit die Verräterzellen so manipulieren, dass das irregeleitete Immunsystem im Gehirn keinen Schaden mehr anrichten kann", sagt Prof. Becher weiter.

Mehr zum Thema lesen Sie bei
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Alzheimer - Durch frühe Diagnose Zeit und Lebensqualität gewinnen

In Deutschland leiden bereits jetzt mehr als 850.000 Menschen an Alzheimer-Demenz. Jährlich kommen fast 100.000 neue Fälle hinzu. Aufgrund der demographischen Entwicklung gehen Schätzungen von einer Verdopplung dieser Zahlen bis zum Jahr 2030 aus. Nicht nur für alte Menschen ist diese Erkrankung ein Thema. Durch einen Krankheitsfall in der Familie werden auch viele Jüngere mit dem Problem Alzheimer konfrontiert, denn die Hauptlast in der Versorgung der Kranken tragen derzeit die Angehörigen. Etwa zwei Drittel der Betroffenen werden zu Hause versorgt.

Gewissheit
Der durchschnittliche Verlauf einer Alzheimer-Erkrankung liegt bei etwa neun Jahren, in wenigen Fällen kann er bis zu 20 Jahren andauern. Im allgemeinen verläuft die Krankheit in drei Stadien. Die Anfangsphase kann dabei bis zu fünf Jahre dauern. In dieser Zeit sind die Probleme der Betroffenen noch nicht offensichtlich. "Die meisten Erkrankten sind sich ihrer Schwächen allerdings sehr bewusst, versuchen aber eine Fassade aufrecht zu erhalten," erklärt Prof. Dr. Hans Georg Nehen, Leiter des Essener Geriatrie-Zentrums Haus Berge. "Vor allem das Kurzzeitgedächtnis ist dann betroffen: Die Erkrankten vergessen häufig Termine oder wo sie etwas hingelegt haben. Es fällt ihnen schwer, sich auszudrücken und erste Probleme mit Orientierung und Zeitgefühl machen sich bemerkbar. Situationen, denen sie sich nicht mehr gewachsen sehen, versuchen sie zu vermeiden. Auf das Nachlassen ihrer Fähigkeiten reagieren sie mit Wut, Aggression, Scham, oder sie beschuldigen andere, beispielsweise Dinge versteckt zu haben. In dieser Anfangsphase wollen Erkrankte - aber auch deren Angehörige - der Wahrheit häufig nicht ins Gesicht sehen. Man sollte sich aber nicht scheuen, darüber zu reden, wenn erste Symptome auftreten". Ein Besuch beispielsweise in der Memory-Clinic Essen bringt Gewissheit, ob es sich bei den auftretenden Gedächtnisstörungen tatsächlich um die Alzheimer-Erkrankung handelt oder ob diese andere Ursachen haben.

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